Mama Mama, wir haben einen Bahnhof gekauft..

Mama Mama, wir haben einen Bahnhof gekauft….

auf der anderen Seite der Telefonleitung war außer einem eisigen Schweigen nichts zu hören.

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Da ich eine Telefonstörung vermutete, wollte ich gerade wieder auflegen- da hörte ich eine zittrige Stimme sagen: „Was habt ihr jetzt schon wieder gemacht?“

Spontan dachte ich, dass meine Mutter sich gerade an meine zahlreichen illegalen Lokrennen -die Minitrix-Anlage gehörte meinem Vater- und der dabei versehentlich zerstörten Loks und dem Riesenärger den ich damals bekommen haben, erinnerte- und so der akute Schockzustand zu erklären ist, dem war aber nicht so.

Auch die Erklärung, dass es sich genaugenommen um einen ehemaligen Bahnhof handelt, der seit Jahrzehnten als Landhaus betrieben wurde, konnte meine Mutter nicht beruhigen.

Wer kauft sich heutzutage schon so einen „Klotz“? Habt ihr schon einmal vom Landhaussterben gehört?

So ähnlich (Unverständnis, bis zur Verdrängung…) waren auch die ersten Reaktionen der anderen näheren Verwandtschaft.

Wir finden es spannend -mit unseren Voraussetzungen- zu versuchen ein traditionsreiches und historisches Landhaus wieder zum Laufen zu bringen und sind dickköpfig und hartnäckig genug, dieses auch in die Tat umzusetzen.

Wenn man einmal in Ruhe die Gründe, unsere Ideen und das Konzept erklärt, ist es auch für die -meisten- unserer Verwandten und Freunde nachzuvollziehen.

Das Café Kommodig soll ein Ort werden, an dem sich Jung und Alt / Touristen und Einheimische wohlfühlen sollen und wir auch genügend Zeit finden, mit dem einen oder anderen Gast mal einen „Schnack“ zu halten. Wir möchten unsere Ideen und das erfolgreiche Konzept aus der Destille erhalten und es durch neue Geschäftsfelder, wie dem Restaurant und Hotelbetrieb ergänzen. Dabei möchten wir auch das Stammpublikum von Herrn Schütt erreichen. Aus diesem Grund soll der Betrieb „Café Kommodig im Landhaus Schütt“ heißen. Hilfreich dabei ist, dass wir den ehemaligen Chefkoch -aus den besten Zeiten des Hauses- jetzt wieder in gleicher Position einstellen konnten und uns Herr Schütt mit Rat und Tat zur Seite steht.

So kurz vor der offiziellen Eröffnung am 30.8. ist es schön zu sehen, wie sich hier alles entwickelt und jeden Tag auch etwas verändert- wir fühlen uns jedenfalls schon Zuhause….und meine Mutter hat sich mittlerweile auch schon wieder etwas beruhigt.

Sicherlich ist es mit der aus Liebe begründeten Übersiedlung in das „Niemandsland“- wie meine Kieler Freunde immer (hoffentlich) scherzhaft sagen- der Anschaffung / Erledigung der vier großen HHHHs (Hunde, Haus, Hühner, Hochzeit) und dem Aufbau und Betrieb der Gastronomie in der Destille das größte Abenteuer.

Immer wenn ich in den letzten 8 Jahren meine, es wird in Zukunft etwas ruhiger- lag ich gründlich daneben. Für Ruhe habe ich mir dann wohl auch die falsche Frau ausgesucht.…

Aber wenn der Betrieb erst einmal angelaufen ist, dann wird es sicherlich ruhiger….sagt meine Bianka..

Lieber Gruß

Michael